Lehrangebot der Religionswissenschaft im Wintersemester 2018/2019
Masterstudierende

(Stand: 13.11.2018)
(Bitte beachten Sie, dass sich noch Änderungen ergeben können!)

    

00125 Toleranz in Sizilien? Muslime und islamische Hofkultur unter den Normannen
Dozenten: Prof. Dr. Ulrich Berner / Dr. Georg Leube
Seminar, 2 SWS, Mi. 12-14 Uhr, Raum: GW I – S 93, Beginn: 17.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G6, G7, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1-I6

Inhalt: (Seminar evtl. inkl. Exkursion: Letztere mit bis zu 10 studentischen Teilnehmern)

Islamische (und andere) vormoderne Gesellschaften sind gekennzeichnet durch eine aus heutiger Sicht häufig überraschende Pluralität von Religionen und Diskursen. Der Umgang mit dieser Diversität wird dabei durch die permanente Verhandlung von Hierarchien geprägt, die das Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen strukturieren.
In unserem Seminar wollen wir dieses Spannungsfeld von Diversität vs. Hierarchie am Beispiel der normannischen Herrschaft über Sizilien ab 1061 näher betrachten, da für kaum eine islamische Dynastie des Hochmittelalters ein solcher Reichtum an für Islamische Hofkultur repräsentativen materiellen Quellen erhalten ist, wie für die christlichen Normannen. Hierbei werden wir auf den Ebenen von überregionalen Beziehungen, gelebter Religionsvielfalt im Alltag und der Repräsentation von Autorität in der vielfältigen materiellen (Hof)kultur fragen, in wieweit die Normannen gewissermaßen eine islamische Herrschaft unter „umgedrehten Vorzeichen“ darstellen.

Auf einer 10-tägigen Exkursion nach Sizilien, die während der vorlesungsfreien Zeit im Anschluss an das Seminar stattfinden soll, werden wir die Seminarinhalte anhand der Architektur, Stadtstruktur und materiellen Kultur vor Ort in Palermo, Cefalù, Monreale und Umgebung vertiefen.

Kontakt für Rückfragen und eventuelle Förderungsmöglichkeiten: Georg.Leube@uni-bayreuth.de. Terminänderungswünsche können in der ersten Sitzung besprochen werden.
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53036 Forschungswerkstatt zur religiösen Gegenwartskultur
Dozent: Prof. Dr. Christoph Bochinger
Seminar, 2 SWS, Mi. 14-16 Uhr, Raum: GW II – S 5, Beginn: 24.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: F1-F4, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I10

Inhalt: Die Forschungswerkstatt begleitet die Konzeption und Durchführung eigenständiger Forschungsarbeiten der Studierenden im Bereich der religiösen Gegenwartskultur und der Islamischen Gegenwartskulturen. Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung und, soweit vorhanden, die Arbeit an selbst erhobenen Daten im Rahmen der qualitativ-empirischen Religionsforschung. Daneben steht die Auseinandersetzung mit Methoden, die für die jeweiligen Projekte relevant sind, und mit Forschungsbeispielen. Es handelt sich um eine Pflichtveranstaltung für die Studierenden der Schwerpunkte „Religiöse Gegenwartskultur“ und „Islamische Gegenwartskulturen“. Studierende aus dem BA-Studiengang Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Religion, die schon 150 ECTS-Punkte absolviert haben, können sich die Teilnahme für den späteren Master-Studiengang anrechnen lassen.
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53016 Identität und Religion
Dozenten: Prof. Dr. Christoph Bochinger / Prof. Dr. Carlos Kölbl
Seminar, 2 SWS, Di. 14-16 Uhr, Raum: NW III – S 137, Beginn: 23.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft alle Schwerpunkte R1-R3; Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G5, G6, G7

Inhalt: Die Kombination der Begriffe „Identität“ und „Religion“ erscheint häufig in der Wissenschaftssprache. So finden sich z.B. im OPAC der Universitätsbibliothek zahlreiche Buchtitel unter den beiden Stichworten. Während es in der Religionswissenschaft (auch in unseren Seminaren) intensive Debatten um den Religionsbegriff gibt, bleibt der Begriff „Identität“ oft weitgehend unbestimmt. Er spielt  - neben Soziologie und anderen Fächern - in der Psychologie eine zentrale Rolle. Im Seminar geht es darum, beide Fachperspektiven aufeinander abzubilden und gemeinsam an einem sinnvollen Konzept von Identität zu arbeiten, besonders im Blick auf religiöse Sachverhalte.

Das Seminar besteht aus zwei Hauptteilen: Im ersten Teil befassen wir uns – unabhängig vom Thema Religion – mit grundlegenden Identitätskonzepten (u.a. S. Freud, E.H. Erikson, G.H. Mead) sowie der postmodernen Kritik an diesen Konzepten und neueren Entwürfen (H. Keupp, J. Straub).

Im zweiten Teil des Seminars befassen wir uns mit ausgewählten Arbeiten über „Identität und Religion“ in unterschiedlichen Zusammenhängen (z.B. religiöse Identität von jungen Muslim*innen und Jüd*innen, multiple religiöse Identitäten u.a.). Dabei geht es darum zu prüfen, was die betreffenden Studien zu einem sinnvollen Identitätskonzept beitragen und umgekehrt. Wir befassen uns dabei sowohl mit personaler Identität (z.B. Religion als individuelle Identitätsressource) als auch mit kollektiver Identität (z.B. die Rede vom „christlichen Abendland“ als Identitätsmarker).

Grundlegende Literatur:
- A. Assmann, H. Friese (Hg.): Identitäten. Frankfurt/Main 1998
- W. Gephart, H. Waldenfels (Hg.): Religion und Identität, Frankfurt/Main 1999.
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53021 Turkey between Religion and Secularity
Dozent: Dr. Emrah Çelik
Blockseminar, Vorbesprechung: 17.10.2018, 16-18 Uhr, Raum: GW II – S 6,
Termine: 16.11.2018 Raum: NW I – S 37, 17.11.2018 Raum: GW I – S 122, 9-17 Uhr und 14./15.12.2018, 9-17 Uhr, Raum: GW I – S 124
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G4, G6, G7, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1-I6

Inhalt: The relationship between religion and secularity is one of the most conflict-ridden issues both in Islamic thought and in Turkish politics. This tension has long affected Turkish society in various ways: philosophically, sociologically and politically. In order to understand the situation of Turkey between religion and secularity comprehensively, it is necessary to consider it from these three angles. So, in this course we will handle the discussions and related concepts in both classical and modern Islamic thought first; then, in order to grasp the roots of the Islamism–secularism tension in Turkish politics, we will look at the Ottoman Empire in the nineteenth century; finally the republican period, from the beginning of the Turkish Republic to the period of AKP governments, will be the main focus of the course. The major actors, institutions and developments of this period will be thoroughly discussed. On the basis of selected texts, and presentations by participants, we will address the political ideologies and struggles, as well as the social and cultural controversies stemming from the tension between religion and secularity in Turkish society.
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53020 Religionen abbilden: Theorie und Praxis religionswissenschaftlichen Photographierens
Dozent: Dr. Christian Funke
Blockseminar, Vorbesprechung: 31.10.2018, 16-18 Uhr, Raum: GW I – S 122,
Block I: 02./03.11.2018, 10–16 Uhr, Raum: GW II - S 5; Block II: 23./24.11.2018, 10-16 Uhr, Raum: GW II - S 6 Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I7

Inhalt: Text ist als privilegiertes Wissenschaftsmedium auch für die Religionswissenschaft das primäre Ausdrucksmittel. Inwiefern aber kann Text durch andere Medien sinnvoll ergänzt werden? Das Blockseminar diskutiert anhand von Beispielen aus der Forschungspraxis und Ansätzen des Forschungsparadigmas der Materialen Religion die Verwendung von Photographien als wissenschaftliches Instrument. Nach einer eingehenden Erörterung der Möglichkeiten und der Grenzen des Mediums Bild steht eine religionsanthropologische und praktische Anleitung, wie im Rahmen von Feldforschungen Photographien aufgenommen werden können. Prüfungsleistungen in diesem Seminar beinhalten jeweils auch ein selbst aufgenommenes Bild, das einen Aspekt einer Religionsgemeinschaft im Raum Bayreuth kommentiert, und eine schriftliche Dokumentation der mit dem Bild verbundenen Prozesse und Arbeiten.

Teilnahmevoraussetzungen: Sehr gute Englischkenntnisse, Besitz eines Photoapparates oder Smartphones.
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53029/53076 Intensivkurs Türkisch Anfänger/Fortgeschrittene
Dozentin: Dr. Angelika Landmann
Blockseminar, Termin: 18.02.-08.03.2019, 9-16 Uhr, Raum: ?? – ??
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I7
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53024 Indischer Ozean trifft Afrika: Verflechtungen und Aushandlungen von religiösen und regionalen Zugehörigkeiten in Sansibar
Dozentin: Hanna Nieber, M.A.
Seminar, 2 SWS, Mo. 16-18 Uhr, Raum: GW II – S 7, Beginn: 22.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G4, G6, G7, Schwerpunkt Afrika: A1, A2, A3

Inhalt: Politisch gesehen ist Sansibar ein semi-autonomer Teil von Tansania. Kulturell gesehen ist Sansibars Zugehörigkeit zur Swahili Küste zentral. Religiös gesehen gehört Sansibar zu den muslimisch-geprägten Räumen, was aus sansibarischer Perspektive eine Orientierung zum Indischen Ozean nahelegt. Diese Kategorisierungen von Zugehörigkeiten überlappen sich und beeinflussen sich gegenseitig. Sie tragen dazu bei, dass die Differenzen zwischen Sansibar und dem tansanischen Festland betont werden. Das tansanische Festland ist somit der „andere Teil Tansanias“, ohne eine eindeutige muslimische Mehrheit und nicht im gleichen Maße Teil des Kulturraums des Indischen Ozeans. Diese Differenzen finden zum einen Ausdruck in einem Diskurs, der Sansibars Unabhängigkeit fordert sowie zum anderen in Bemühungen, diesem Diskurs entgegenzusteuern.

Dieses Seminar befasst sich mit Prozessen der Verflechtung und Differenzierung und fragt, wie Unterscheidungen aus Verflechtungen heraus gemacht werden. Wie formiert sich Sansibar (und Sansibaris) als „anders“ gegenüber dem tansanischen Festland, an das es politisch (und wirtschaftlich) gebunden ist, welche Rolle spielt Geschichte und wie wird religiöse Zugehörigkeit in diesem Kontext politisiert? Anhand des speziellen sansibarischen Beispiels widmet sich dieses Seminar den Verflechtungen von religiösen und nicht-religiösen Kategorisierungen und deren (politischen, wissenschaftlichen, …) Auswirkungen. Die Lektüre von meist englischen Texten, die am Anfang des Seminars zur Verfügung gestellt werden, wird vorausgesetzt.
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53003 Islamische Religionspraxis - Gemeinschaft, Konflikt, Wandel
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Seminar, 2 SWS, Di. 10-12 Uhr, Raum: NW III – S 132, Beginn: 23.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G4, G6, G7, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1-I6

Teilnahmekriterien & Anmeldung: Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Inhalt: Seit einigen Jahrzehnten betont die Religionswissenschaft die zentrale Bedeutung von Praxis und Materialität für Religion. Klassische Einführungen zu religiösen Traditionen beginnen ihre Darstellung in der Regel jedoch nach wie vor mit Glaubensinhalten. In diesem Seminar werden wir verschiedene Ansätze diskutieren, beide Dimensionen von Religion zueinander in Bezug zu setzen: Wir befassen uns in synchroner und diachroner Perspektive mit verschiedenen und in ganz unterschiedlichem Maße kanonisierten islamischen Praktiken und werden herausarbeiten, wie diese in der Literatur gerahmt werden. Dabei sollen vor allem solche Aspekte fokussiert werden, die handbuchartige Zugänge vor besondere Herausforderungen stellen: religiöse Transformation, Konflikte um Praktiken und Brüche in Ritualgemeinschaften.
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53027 Local Islam in Xinjiang – between China, Central Asia and the Middle East / Lokaler Islam in Xinjiang – zwischen China, Zentralasien und dem Nahen Osten (English on demand)
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Seminar, 2 SWS, Do. 10-12 Uhr, Raum: RW II – S 47, Beginn: 18.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G4, G6, G7, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1-I6

Conditions of participation: For advanced students who have already taken classes on Islam.

Teilnahmekriterien & Anmeldung: Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Inhalt: Hosting historical cities such as Kashgar, the region formerly known as „Eastern Turkestan“ in today's Chinese province Xinjiang has been an important center of the Islamic world for centuries. This past is standing in stark contrast to the present situation, where governmental pressure on Xinjiang's Uyghur Muslim population and their religious practices has recently become harsher than ever before. In this class, we are going to take a closer look on local Islam in East Turkestan/Xinjiang's past and present, focusing the impact of changing political contexts.

Mit historischen Städten wie Kaschgar war die ehemals als „Ostturkestan“ bezeichnete Region in der heutigen chinesischen Provinz Xinjiang über Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum der islamischen Welt. Diese Vergangenheit steht in scharfem Kontrast zur gegenwärtigen Situation, in der die Unterdrückung der uigurischen muslimischen Bevölkerung Xinjiangs seitens der Regierung einen neuen Höhepunkt erreicht hat. In diesem Seminar befassen wir uns mit lokalem Islam in Ostturkestan/Xinjiang in Vergangenheit und Gegenwart insbesondere in Hinblick auf die Rolle der jeweiligen politischen Kontexte. Je nach Zusammensetzung der Teilnehmenden finden die Sitzungen auf Englisch statt.
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53026 Quellenlektüre Türkisch - Programmatik und Entwicklungen der Millî Görüş-Bewegung
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Seminar, 2 SWS, Fr. 10-12 Uhr, Raum: GW II – S 7, Beginn: 19.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I9

Teilnahmekriterien & Anmeldung: Türkischkenntnisse; das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Inhalt: Begleitet durch die Lektüre türkischer Originalquellen erarbeiten wir uns in diesem Kurs vertiefte Einblicke in die Millî Görüş-Bewegung, ihre Geschichte und verschiedenen Entwicklungen in Deutschland sowie ihr Verhältnis zur gegenwärtigen türkischen Regierung um Recep Tayyip Erdoğan.
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53007 Säkularität und Nichtreligion als Themen der Religionswissenschaft
Dozent: Dr. Stefan Schröder
Seminar, 2 SWS, Di. 12-14 Uhr, Raum: GW II – S 6, Beginn: 23.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft alle Schwerpunkte R1-R3; Master Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G4, G5, G6, G7

Voraussetzungen: Das Seminar setzt Grundkenntnisse der Systematischen Religionswissenschaft voraus. Es ist deshalb ausschließlich für Masterstudierende und fortgeschrittene Bachelorstudierende ab dem 4. Fachsemester geeignet.

Inhalt: Religion und Säkularität bilden ein binäres Begriffspaar. Das eine ist ohne das andere nicht denk- und beschreibbar. Für die Religionswissenschaft bedeutet dies, dass ihr zentraler Gegenstand Religion nur dann adäquat untersuchbar ist, wenn auch ein Konzept seines Gegenübers, des Säkularen vorliegt.

Innerhalb der noch jungen interdisziplinären Säkularitäts- und Nichtsreligionsforschung haben sich unterschiedliche Ansätze herausgebildet, das "Andere" von Religion zu konzeptualisieren und zu untersuchen. Makrotheoretischen Ansätze stehen kleinteilige empirische Studien gegenüber, realdefinitorische Verständnisweisen geraten in ein Spannungsverhältnis zu diskursanlytischer Dekonstruktion. Dieses komplexe Geflecht zu entwirren ist Ziel des Seminars. Dazu werden klassische und aktuelle Texte zum Säkularitätsdiskurs gelesen, die hauptsächlich einen theoretischen Anspruch besitzen.
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53004 Postkoloniale Religionswissenschaft
Dozentin: Prof. Dr. Eva Spies
Seminar, 2 SWS, Mi. 10-12 Uhr, Raum: NW III – S 138, Beginn: 17.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft alle Schwerpunkte R1-R3; Master Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G5, G6, G7, Schwerpunkt Afrika: A2, A3

Inhalt: In der ersten Hälfte des Seminars befassen wir uns mit AutorInnen und Texten der Postcolonial Studies und arbeiten zentrale Thesen, theoretische Positionen und methodische Zugänge heraus. Im zweiten Teil des Seminars diskutieren wir dann religionswissenschaftliche Arbeiten und fragen, wie hier postkoloniale Fragen und Herangehensweisen rezipiert oder auch entwickelt wurden. Dabei geht es unter anderem um die machtvolle Metakategorie Religion, um Möglichkeiten und Grenzen des Vergleichs, der Repräsentation und des Umgangs mit Differenz. Insgesamt stellen sich damit Fragen nach dem Umgang mit kolonialen Traditionen in der Religionswissenschaft und nach (neuen) Formen religionswissenschaftlicher Wissensproduktion in einer verflochtenen Welt.

Grundlage des Seminars ist die Lektüre der zu Semesterbeginn angegebenen Texte. Im zweiten Teil sollen in Referaten religionswissenschaftliche Werke vorgestellt werden.

Das Seminar ist für Masterstudierende und fortgeschrittene BA (Afrika in der Welt etc.)
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53000 Religion in / from Africa: current research
Dozenten: Prof. Dr. Eva Spies / Dr. Franz Kogelmann
Seminar, 2 SWS, Di. 16-18 Uhr, Raum: NW III – S 137, Beginn: 23.10.2018
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur: G1-G3, G8, G9, Schwerpunkt Afrika: A4, A5

Inhalt: In this seminar, we have a look at recent publications on religion in / from Africa and try to identify and discuss key topics and central positions. We want to find out who studies religion in / from Africa how, and what are currently the controversial questions and approaches. Are post-colonialism, Pentecostalism and phenomenology still important? Are there differences in the ways theologians, anthropologist, and scholars in religious or Islamic studies approach religion in / from Africa? What other disciplines deal with religion?

The seminar also leaves room to follow your own research interests and to present thematic fields, book reviews or own research projects.
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53017 Orthodoxie und Häresie als Thema der Europäischen Religionsgeschichte
Dozenten: Prof. Dr. Christoph Bochinger, Prof. Dr. Ulrich Berner
Vorlesung, 2 SWS, Do. 14-16 Uhr, Raum: GW II – H 27, Beginn: 18.10.2018
Modulzuordnung: Master Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G6-G9

Inhalt: Europäische Religionsgeschichte versteht sich als ein Konzept, das verschiedene religiöse Traditionen zusammenhängend im europäischen Kontext betrachtet und analysiert. Für die Religionswissenschaft ist das Studium dieser Traditionen nicht zuletzt deshalb bedeutsam, weil viele Fachbegriffe und Konzepte, auch der Religionsbegriff, im europäischen Kontext gewachsen sind. Um ihre Dynamiken in heutigen Debatten zu durchschauen, ist es sehr hilfreich, ihre europäische Geschichte kritisch zu studieren.

Anschließend an die Vorlesung im vergangenen Wintersemester werden wiederum abwechselnd von beiden Dozenten beispielhafte Entwicklungen vorgestellt. Leitthema ist dieses Mal „Orthodoxie und Häresie“, zwei sehr umstrittene, aber wirkungsmächtige theologische Begriffe, die offen und verdeckt häufig auch wissenschaftliche Konzepte beeinfluss(t)en. Themen sind u.a.: Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung und die Rolle der Religion bei der Entwicklung der Naturwissenschaften (Prof. Berner); Pluralisierung und gleichzeitige Verfestigung von „Orthodoxien“ in der Reformationszeit und danach; Säkularisierungsprozesse und religiöse Neuaufbrüche in der Moderne (Prof. Bochinger). Bei allen genannten Themen werden sowohl die machtpolitisch dominanten religiösen Traditionen als auch ihre jeweiligen ‚Gegenspieler’ bzw. davon unabhängige Bewegungen betrachtet.

Der Schwerpunkt wird zeitlich diesmal auf der Neuzeit liegen. Die Veranstaltung kann als Fortsetzung der vergangenen Vorlesung, aber auch ohne Vorkenntnisse besucht werden. Sie ist sowohl für Anfänger*innen als auch für fortgeschrittene Studierende (BA und MA) geeignet.

Begleitliteratur:
- Hans Kippenberg u.a. (Hg.): Europäische Religionsgeschichte, 2 Bde., Göttingen 2009.
- Thomas Kaufmann u.a. (Hg.): Ökumenische Kirchengeschichte, 3 Bde., Darmstadt 2006
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Universität Bayreuth -