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Kulturwissenschaftliche Fakultät

Facheinheit Religionswissenschaft

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Dissertations- und Habilitationsprojekte

​Islamkritik – Islamreform? Muslimische Stimmen im deutschsprachigen Islamdiskurs (Arbeitstitel)Einklappen

Doktorand: Benedikt Erb, M.A. 
Betreuer: Prof. Dr. Christoph Bochinger

Kurzbeschreibung: Im deutschsprachigen Islamdiskurs hat sich unter dem Label der Islamkritik ein Sprechen über den Islam verselbstständigt, in dem muslimische Stimmen häufig die Rolle von Kronzeugen zukommt. Mit dem emischen Begriffspaar „Islamkritik – Islamreform“ möchte das geplante Dissertationsprojekt ein Spannungsfeld aufmachen, in dem muslimische oder als muslimisch markierte Stimmen eine agency haben und im Sinne eines Foucaultschen Dispositivbegriffs Antworten auf eine urgence, also einen diskursiven Notstand anbieten. Diese Positionen inhaltlich und hinsichtlich (nicht-)religiöser Selbstverortungen zu systematisieren, ist ein Anliegen des Projekts. Des Weiteren sollen aber auch Prozesse der Verorganisierung und Professionalisierung sowie im Kontext religionspolitischer Aushandlungsprozesse artikulierte Repräsentationsansprüche untersucht werden. Im Hintergrund steht dabei nicht zuletzt die Frage, mit welchen Metaphern islamreformerische Prozesse im deutschsprachigen Islamdiskurs sinnvoll zu beschreiben sind; Vorschläge wie Michael Blumes „stiller Rückzug“ gilt es dabei ebenso zu prüfen wie das im islamkritischen Schriftgut verbreitete Paradigma einer „Säkularisierung des Islams“.

​Der 'Türke' als Motiv in Toleranzdiskursen nonkonformistischer Strömungen der deutschsprachigen Reformation...Einklappen

Vollständiger ​Arbeitstitel: Der 'Türke' als Motiv in Toleranzdiskursen nonkonformistischer Strömungen der deutschsprachigen Reformation und Konfessionalisierung

Doktorandin: Ines Sonntag, M.A.
Betreuer: Prof. Dr. Christoph Bochinger, Prof. Dr. Susanne Lachenicht

Kurzbeschreibung: Im 16. und 17. Jahrhundert gab es zahlreiche Schriften, die sich der Frage widmeten, wie mit den verschiedenen Christentümern umzugehen sei, die im Zuge der Reformation und Konfessionalisierung an die Oberfläche gespült wurden. Innerhalb dieses Diskurses wurde immer wieder Bezug auf die 'Türken' genommen, die bis nach Wien vorgedrungen waren und eine reale militärische Bedrohung darstellten. Das Dissertationsprojekt widmet sich der Frage, wie im Rahmen konfessioneller Auseinandersetzung auf die 'Türken' Bezug genommen wurde und welchen Einfluss das Reden über den 'Türken' auf die Toleranzbegründungen der Zeit hatte. Welche Funktionen erfüllten die einzelnen Narrative (vom Antichrist bis zum Vorbild) in einem inner-christlichen Toleranzdiskurs? Und inwieweit half der 'Türke' gar bei der Lösung innenpolitischer Konflikte?

​Gegenwärtige Theosophie in Deutschland (Arbeitstitel)Einklappen

Doktorand: Christian Uhrig, M.A.
Betreuer: Prof. Dr. Christoph Bochinger

Kurzbeschreibung: Die Arbeit soll sich mit der gegenwärtigen Situation der Theosophie in Deutschland beschäftigen. Ein Ausgangspunkt des Interesses ist die Beobachtung, dass die gegenwärtige Theosophie in Deutschland unter anderem als "untergehende Religion" beschrieben wird. Da kaum wissenschaftliche Literatur zur gegenwärtigen Theosophie in Deutschland existiert, ist es, neben der Exploration, ein Ziel der Arbeit danach zu fragen, ob tatsächlich von einer untergehenden Religion gesprochen werden kann oder ob hier gegebenenfalls differenziert werden müsste. Weltweit geht man von einer Zahl von einigen 10.000 Anhängern der Theosophie aus, wobei die Schwerpunkte der theosophischen Anhängerschaft im angelsächsischen Raum und Indien festgemacht werden. Für die Theosophische Gesellschaft (TG) Adyar nennt Stefan Rademacher in Deutschland die Zahl von 150-160 Mitgliedern im Jahr 2001. Daneben existiert eine breite Anzahl von kleineren theosophischen Zusammenschlüssen, deren Zahl aber selten über 50 Anhänger reicht. Die Arbeit soll darstellen, wie sich gegenwärtige Theosophie in Deutschland ausprägt und welche Gruppen und Initiativen existieren. Ein weiterer Schritt ist der Gang ins Feld und eine Untersuchung der gegenwärtigen theosophischen Ritualpraxis, Medien der Kommunikation und Vergemeinschaftungsformen.

​Kızılbaş-Aleviten im osmanischen Staat zwischen Verfolgung und Integration (Arbeitstitel)Einklappen

Doktorand: Benjamin Weineck, M.A.
Betreuer: Prof. Dr. Paula Schrode

Kurzbeschreibung: Das Projekt zielt darauf, der vielfach auf Unterdrückung und Verfolgung fokussierten Geschichte des Alevitentums eine Perspektive auf integrierende und akkommodierende Aspekte an die Seite zu stellen. Der Aspekt der Marginalisierung von Aleviten in der heutigen Türkei ebenso wie die Verfolgung der Kızılbaş als „heterodoxe“ im sunnitischen Osmanischen Reich ist konstitutiv für gegenwärtige alevitische Identitäten und entsprechend präsent in der religionshistorischen wissenschaftlichen Literatur wie auch im Schrifttum alevitischer Hobby-Forscher (araşırmacı yazar). Auf der Basis v.a. lokalgeschichtlicher Quellentexte aus dem späteren Osmanischen Reich (Kadiamtsregister, Petitionsregister u.a.) unternimmt dieses Projekt den Versuch, zum einen Interaktionsfelder zwischen Aleviten und der osmanischen Staatlichkeit zu identifizieren, die jenseits von Verfolgung Hinweise auf Integration und Akkommodation dieser Bevölkerungsteile geben. Zum anderen soll auch analysiert werden, in wie fern die Modernisierungsbestrebungen des 19. Jahrhunderts einen Wandel dieses Verhältnisses zeitigten. Jenseits paradigmatischer Vorstellungen von ‚sunnitischem Staat‘ und der Disziplinierung seiner ‚heterodoxen Untertanen’ können über einen solch lokalgeschichtlichen Zugriff unterschiedliche Facetten des Verhältnisses heterogener alevitischer Gruppen und der osmanischen Staatlichkeit sichtbar gemacht und im Kontext sich wandelnder Vorstellungen von Bevölkerung, Zugehörigkeit und religiöser Devianz analysiert werden.

Doktoranden
(BIGSAS Junior Fellows)

Being a "Good Muslim": The Muslim Students' Society (MSS) and the promotion of Islamic reform...Einklappen

Vollständiger Titel: Being a "Good Muslim": The Muslim Students' Society (MSS) and the promotion of Islamic reform in Southwest Nigeria betweeb 1954 and 2014

Doktorand: Adeyemi Sharapha Balogun (adeyemi_balogun@yahoo.com; s5adbalo@uni-bayreuth.de)
Betreuerin: Prof. Dr. Eva Spies

Kurzbeschreibung: By the 1950s, the Yoruba of southwest Nigeria had converted both to Christianity and Islam. However, while Nigerian education was dominated by Christians who mostly used their advantage to win converts into the religion, majority of Nigeria’s (northern) Muslims also looked down on Yoruba Muslims as less serious about their faith. As a result, Yoruba Muslim youths began to create their own sense of what it meant to be good educated Muslims in Nigeria, appropriating the influences of modernization to achieve their objective. Providing both mutual support and envisioning what a modern Muslim identity might look like, they engaged both with the practices and activities of important Muslim communities and modern institutions (and ideas) through a wide range of local, associational and social activities which sometimes breeds conflict and dissension in the larger Yoruba Muslim community. The proposed PhD will thus focus especially on the factors that led to the development of Muslim youth identity and culture and how they are constructed. It will also examine the influence of modernization and globalization in the formation of Muslim youth identity and culture and the conflicts between the vision of a modern Muslim youth identity and those of the mainstream Muslims.

Les ONG islamiques dans l'arène des actions publiques au Niger.Einklappen

Doktorand: Seyni Mamoudou Ibrahim (seynimamoudou11@yahoo.com)
Betreuerin: Prof. Dr. Eva Spies

Entrepreneurship and Prosperity Gospel. A Business Ethical Perspective on Neo-Pentecostal...Einklappen

Vollständiger Titel: Entrepreneurship and Prosperity Gospel. A Business Ethical Perspective on Neo-Pentecostal/Charismatic Churches in Ghana

Doktorand: Issac Osei-Tutu (Isaac.Osei-Tutu@uni-bayreuth.de)
Betreuerin: Prof. Dr. Eva Spies


Verantwortlich für die Redaktion: Verena Reiß

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