Heilverfahren und Religion am Beispiel der Hildegard-Medizin

Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Bochinger

Mitarbeiterin: Yasmine Behr, M.A.

Eine dieser im Wachstum befindlichen Sparten der komplementären bzw. alternativen Heilmethoden ist die Medizin nach Hildegard von Bingen (1098-1179). Als bedeutende mittelalterliche Visionärin ist sie zentral mit den Überlieferungen des westlichen Christentums verbunden. Ihre medizinischen und anthropologischen Schriften boten schon seit dem Mittelalter eine Verknüpfungsmöglichkeit zwischen „Heil“ und „Heilung“ und machen sie deshalb für eine religionswissenschaftliche Analyse besonders interessant.

Was ist es nun, das Anbieter und Anwender religiös bzw. spirituell mit der Hildegard-Medizin verknüpfen? Wie verorten sich diese Menschen selbst in religiöser Hinsicht? Sind es hauptsächlich Menschen, die ihre aus einer christlich-kirchlichen Sozialisation her kommenden Denk- und Deutungsstrukturen an ihre medizinischen Orientierungen anlegen?

Verhält es sich vielleicht auch so, dass die Hildegard-Medizin ihre Anhänger eher aus dem esoterischen Lager bezieht? Oder vielleicht beides?

Eine weitere Frage, der nachgegangen wurde ist die nach der Vernetzung innerhalb der deutschsprachigen Hildegard-Szene: Wer kennt wen? Wer steht mit wem im Austausch über die Hildegard-Medizin? Woraus besteht der gemeinsame Kanon, den die Szene teilt?

Und: Welcher Art sind die Beziehungen zwischen den Einzelakteuren?

Diesen und ähnlichen Fragen wurden mit Hilfe von qualitativ-empirischen Methoden nachgegangen. In regelmäßigem Austausch mit den Projektmitarbeitern der anderen am Paketprojekt beteiligten Lehrstühle (Intstitut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Eckhard Nagel, Universität Bayreuth sowie Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht unter besonderer Berücksichtigung europäischer und internationaler Bezüge, Prof. Dr. Gerhard Dannecker, Universität Heidelberg) wurden auch interdisziplinäre Perspektiven einbezogen.

 

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