Lehrangebot der Religionswissenschaft im Wintersemester 2017/2018
Masterstudierende

(Stand: 16.11.2017)
(Bitte beachten Sie, dass sich noch Änderungen ergeben können!)

    

  

53041 William James-Gastprofessur zum Thema "Religious Matters in Plural Configurations"
Dozentin: Prof. Dr. Birgit Meyer (Utrecht University)
Vorlesung und Kolloquium, 2 SWS, geblockt, 6. - 10. November 2017, Ort: Iwalewahaus
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G1, G2, G3, G6, G7; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I3, I5; Schwerpunkt Afrika A2, A6

Montag, 6. November 2017 (Iwalewahaus, Foyer)
10:00 - 12:00 am   Why approach religion from a material and corporeal angle?  (Lecture)
06:00 - 08:00 pm   The Study of Religion in and from Africa (Evening lecture)

Dienstag, 7. November 2017 (Iwalewahaus, Foyer)
10:00 - 12:00 am   Sensations and emotions (Lecture)
02:00 - 04:00 pm   Colloquia

Mittwoch, 8. November 2017 (Iwalewahaus, Foyer)
10:00 - 12:00 am   Images and the imagination (Lecture)
02:00 - 04:00 pm   Colloquia

Donnerstag, 9. November 2017 (Iwalewahaus, Foyer)
10:00 - 12:00 am   Religion in the city (Lecture)
02:00 - 04:00 pm   Colloquia

Freitag, 10. November 2017 (Iwalewahaus, Foyer)
10:00 - 12:00 am    Aesthetics and ethics of diversity (Lecture)
02:00 - 04:00 pm   exhibition & discussion
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53010 Lektürekurs:
City of Lies (deutsch oder englisch)
Dozent: Dr. Christian Funke
Seminar, 2 SWS, Di. 16:00-18:00 Uhr, Raum: NW III - S 138, Beginn: 17.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1, I2, I3, I4, I5, I6

Inhalt: In City of Lies: Love, Sex, Death and the Search for Truth in Tehran (2014) präsentiert die Journalistin RAMITA NAVAI in acht Kurzgeschichten Einblicke in das Leben von fünf Männern und drei Frauen in der iranischen Hauptstadt. NAVAI erzählt etwa von einem Volksmoǧāhedīn, der sich auf geheimer Mission in Teheran befindet, von den Hinrichtungen des Jahres 1988, Liebe und Ehe im konservativen Milieu der Bāzārīs, den Lūṭīs der Pahlavī-Zeit, Transgender bei den Basīǧīs und Prostitution im digitalen Zeitalter. Die auf wahren Hintergründen und Interviews fußenden Geschichten sind dabei eng verflochten mit den soziokulturellen Entwicklungen seit der »Islamischen Revolution« und vermitteln ein anschauliches Bild über Kernfragen der modernen Gesellschaft in Iran. Im Lektürekurs sollen die Geschichten entlang religions- und islamwissenschaftlicher Sekundärliteratur erschlossen und diskutiert werden. Am Ende der Übung verfügen die Teilnehmer über einen vertieften Einblick in wichtige Aspekte der zeitgenössischen iranischen Geschichte und sind zu eigenständiger Weiterarbeit befähigt.

In City of Lies: Love, Sex, Death and the Search for Truth in Tehran (2014) the journalist RAMITA NAVAI offers insights through short stories into the life of five men and three women in the Iranian capital. NAVAI writes about a people’s mojāhedīn on secret mission in Tehran, about the executions of 1988, about love and marriage in the conservative bāzārī milieu, about the lūṭīs of the Pahlavī era, about transgender among basījīs, and about prostitution in the digital age. Based on interviews and real stories, her narration is deeply intervowen with the sociocultural developments since the “Islamic Revolution,” and thus convey a vivid picture of core issues of modern society in Iran. The reading course will unlock and discuss the stories alongside study-of-religion and Islamic studies secondary literature. In the end, the participants will show a deepened understanding of important aspects of contemporary Iranian history and are enabled to indenpently further their studies.
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53011 Rassismus(theorien) in der Religionswissenschaft
Dozent: Benedikt Erb, M.A.
Seminar, 2 SWS, Mi. 14:00-16:00 Uhr, Raum: GW II - H 27, Beginn: 18.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G5

Inhalt: Spätestens mit Edward Saids Orientalism (1978) hat in den Kulturwissenschaften eine intensive Auseinandersetzung mit ihrem Anteil am Kolonialismus als rassistischem Projekt Europas par excellence eingesetzt. Im Zuge dessen hat sich ausgehend von Begriffen wie Orientalismus und Eurozentrismus die Rassismusforschung als Querschnitts- und Reflexionsfeld verschiedenster Kulturwissenschaften etabliert. Das Seminar möchte entsprechend die Bedeutung von Rassismusforschung und Rassismustheorien für die Religionswissenschaft erarbeiten und zugleich die religionswissenschaftliche Fachgeschichte rassismuskritisch lesen. Dieses doppelte Anliegen wird im Seminar durch eine inhaltliche Aufteilung in zwei Themenschwerpunkte – 1. Rassismustheorien und 2. Rassismus in der religionswissenschaftlichen Fachgeschichte – abgebildet, wobei abschließend auch neuere Ansätze einer rassismuskritischen Religionswissenschaft zur Sprache kommen sollen.

Da der Kurs im Wesentlichen von der intensiven Auseinandersetzung mit der vorbereiteten Literatur lebt, wird die Bereitschaft zur wöchentlichen Lektüre von (je nach Text) ca. 15-35 Seiten, die Bereitschaft zur Übernahme von Impulsreferaten und eine engagierte Diskussionskultur vorausgesetzt.
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53012 Computergestütztes Kodieren (nach Grounded Theory)
Dozent: Benedikt Erb, M.A.
Seminar, 2 SWS, Do. 08:00-10:00 Uhr, Raum: RW I – S 60, Beginn: 19.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G1, G2, G3, G8, G9

Inhalt: Methoden der qualitativen Sozialforschung sind Teil des Handwerkszeugs gegenwartsbezogener Religionsforschung, ob es nun um die Analyse eigens erhobenen Materials (z.B. Interviews) oder um die Auswertung von publizierten oder anderweitig öffentlich zugänglichen Primärquellen handelt. Insbesondere die Grounded Theory (GT) hat sich dabei als tragfähiges Metaparadigma erwiesen. Als Hilfsmittel für ein strukturiertes methodisches Vorgehen kommen dabei computergestützte Verfahren in Frage, wobei sich hierfür insbesondere die Software MaxQDA eignet (Kuckartz 2010). In diesem Seminar sollen mittels MaxQDA praktische Erfahrungen für das computergestützte Kodieren nach GT erworben werden; wesentliche Lernziele sind ein Einstieg in den Umgang mit MaxQDA und Praxiserfahrungen mit dem Kodierverfahren der GT sowie seminarbegleitend methodologische Reflexionen zur GT.

Voraussetzung: Bitte lassen Sie sich bereits im Vorfeld der Lehrveranstaltung beim ITS MaxQDA für Ihre bt-Benutzerkennung freischalten. Das Formular zur Software-Freischaltung finden Sie hier: https://www.its.uni-bayreuth.de/de/raeume-und-ausstattung/PC-Pools/porta/cipinfo.php?ACTION=SOFTWARE (Pfad: www.its.uni-bayreuth.de => Räume & Ausstattung => PC-Pools => Link „Formular zur Softwarefreischaltung“). Wählen Sie dort im Feld „Kurs-Software auswählen“ KW aus und geben in die anderen Felder die abgefragten Daten ein. Die Software wird Ihnen dann innerhalb von zwei Stunden für die CIP-Pools in S 56 und S 60 in RW I freigeschaltet.

Die Teilnahme an vorhergegangenen Lehrveranstaltungen zur Grounded Theory (Schröder 2016, Schröder/Uhrig 2014) ist ausdrücklich nicht Voraussetzung für die Seminarteilnahme, kann aber bereichernd für den gemeinsamen Erwerb von Kodiererfahrungen sein. Engagierte Partizipation wird erwartet.

Zum Material: Seitens des Seminarleitenden kann Material aus der eigenen Forschung bereitgestellt werden, das Seminar soll aber explizit auch den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, eigenes bereits vorhandenes oder noch zu erhebendes Material (Interviewtranskriptionen, Found Data, graue Literatur etc., insbesondere in Vorbereitung auf Abschlussarbeiten) einzubringen und es im Seminarkontext im Plenum oder in Kleingruppenarbeiten zu bearbeiten. Je nach Seminarzusammensetzung und Materialfülle können die Sitzungen auch so konzipiert werden, dass pro Sitzung ein Beispiel gemeinsam kodiert wird.

Vorbereitende Literatur:

  • Breuer, Franz: Reflexive Grounded Theory. Eine Einführung für die Forschungspraxis. Wiesbaden 2010.
  • Glaser, Barney G. und Anselm L. Strauss: The Discovery of Grounded Theory. Strategies for Qualitative Research. Chicago u.a. 1967. (deutsch als: Grounded Theory. Strategien qualitativer Forschung. Bern 1998.)
  • Kuckartz, Udo: Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten. 3., aktualisierte Auflage, Wiesbaden 2010.
  • Mey, Günter (Hg.): Grounded Theory Reader. Wiesbaden 2011.

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53015 Einführung zum Alevitentum
Dozent: Benjamin Weineck, M.A.
Seminar, 2 SWS, Mo. 16:00-18:00 Uhr, Raum: GW II - S 7, Beginn: 23.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1, I2, I3, I4, I5, I6 

Inhalt: Die Aleviten stellen mit ca. 15% der heutigen türkischen Bevölkerung einen wichtigen politischen, kulturellen und religiösen Faktor dar. Auch in der Diaspora sind die Aleviten einflussreich und von den Medien als „gute Türken“ und „liberale Muslime“ verklärt. Der Kurs setzt sich grundlegend mit der Geschichte wie auch mit aktuellen Tendenzen dieser heterogenen Bewegung auseinander, die ihre Ursprünge manchen Aleviten zufolge in Kerbela bei Husayn Martyrium, anderen zufolge in Anatolien des 13. Jahrhunderts hat. Dabei gilt es zum einen, die (religions)historischen Entwicklungen zu verfolgen, aus denen heraus sich die mehr oder weniger dichten Netzwerke von tribal organisierten, sufischen Abstammungsgemeinschaften zum Alevitentum als (religions-)Gemeinschaft verdichtet haben. Die Aneignung dieses Hintergrundwissen hat das Ziel, zum anderen, auch jüngere und jüngste Tendenzen zu erfassen: Aleviten in der Türkei wie auch in Europa haben seit den 1980er Jahren verstärkt damit begonnen, sich zu organisieren sowie ihren Glauben und ihre Rituale auch öffentlich zu praktizieren, was tiefgreifende Transformationen im Hinblick auf Praktiken und Diskurse innerhalb der verschiedenen alevitischen Gemeinschaften zeitigt.

Neben diese substantiellen Lernziele tritt auch ein diskursives: Da das Seminarthema Fragen innerislamischer Diversität berührt, werden die Studierenden dazu befähigt, zu reflektieren, wie diese Diversität jenseits von normativen Dichotomien (‚Orthodoxie‘ vs. ‚Heterodoxie‘) und Stratifizierungen (Hochislam vs. Volksislam)  zu beschreiben sind. Eine solche Reflexion von ‚Arbeitsbegriffen‘ dient auch dazu, einen kritischen Blick auf wissenschaftliche Literatur und auf verwendete Terminologie einzuüben, um so die Grundannahmen wissenschaftlicher Texte und Debatten kritisch zu hinterfragen.
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53023 Forschungswerkstatt: Research on Religion (mit Dr. Franz Kogelmann)
Dozenten: Prof. Dr. Eva Spies, Dr. Franz Kogelmann
Hauptseminar, 2 SWS, Di. 16:00-18:00 Uhr, Raum: NW III - S 137, Beginn: 24.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G8, G9; Schwerpunkt Afrika A4, A5; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I3, I5 

Inhalt: Our „research workshop” addresses MA Students in Religious Studies with a focus on Africa and beyond. Its purpose is to support students in the design and realization of their research projects, and to discuss theoretical and methodological questions arising at the different stages of research. On the basis of selected texts and the presentations of the participants, we will discuss for example methods of qualitative data collection, as well as strategies of data analysis. The aim is to tackle the specific problems the participants face in research design and research practice, and to give the participants the opportunity to discuss these with their fellow students and with reference to the reading. This course is open to all MA students and PhD candidates who work on religion; it is required for MA students with focus on Africa. Working language is English but contributions in French and German are also welcome.
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53031 „Afrikanische traditionelle Religion“ in der akademischen Literatur und in Afrika
(English on demand)
Dozent: Dr. Benedikt Pontzen
Blockseminar, Vorbesprechung: Donnerstag, 26.10.2017, 10:00 Uhr, Raum: RW II - S 52
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7; Schwerpunkt Afrika A1, A2; IWE

Inhalt: Im Rahmen dieses Seminars werden wir uns mit den akademischen Debatten zu „afrikanischer traditioneller Religion“ („ATR“) befassen und diese anhand ausgewählter ethnographischer und historiographischer Fallstudien kritisch bewerten. Dazu werden wir uns zunächst damit beschäftigen, was überhaupt mit „ATR“ gemeint ist und darunter gefasst wird. Nachdem wir uns die unterschiedlichen Positionen dazu erschlossen haben, werden wir uns zwei oder drei der darunter begriffenen Themenkomplexe genauer ansehen und der Frage nachgehen, wie und ob diese als „ATR“ gefasst werden können. Dann werden wir von der Empirie zu den theoretischen Debatten zurückkehren und diese anhand der diskutierten Studien noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Im ersten Teil des Seminars werden wir uns mit der gängigen Literatur zu „ATR“ befassen. Dazu werden wir ein paar ältere (Horton, Mbiti, Olupona, Parrinder) und neuere (p’Bitek, Shaw, Wiredu) Texte lesen und diskutieren sowie einen kleinen Exkurs zu „indigener Religion“ (Berner, Cox) machen. Nachdem wir die zentralen Fragestellungen und Debatten, die in diesen Texten geführt werden, herausgearbeitet haben, werden wir uns ein paar ausgewählten Fallstudien zuwenden und diese mit den Debatten kontrastieren. Mögliche Themenkomplexe, aus denen nach Absprache mit den Studierenden zwei oder drei besprochen werden sollen, wären: die Erfindung Afrikas, moderne Magie, Besessenheit, Heilung, alltägliche Religion, Animismus, Geister. Von diesen Fallstudien werden wir zu den theoretischen Debatten zurückkehren und diese mit Hilfe der erschlossenen Empirie kritisch evaluieren: Sind die theoretischen Konzepte und Begrifflichkeiten hilfreich, um die Empirie zu beschreiben und zu begreifen? Lässt sich die Empirie als „ATR“ in eins fassen? Sind die akademischen Debatten mit denen der Leute vor Ort kompatibel? Worum geht es der Literatur? Worum den Akteur*innen? Was ist „ATR“, wenn überhaupt?

Das Seminar ist offen für alle Studierenden. Ein Vorwissen zu den Themenkomplexen Religion und/oder Afrika ist sicherlich hilfreich, aber nicht notwendig, um teilnehmen oder dem Seminar folgen zu können. Ich habe das Seminar als eigenständige Einheit konzipiert. Die Diskussionsgrundlagen werden anhand der Lektüren im ersten Teil erarbeitet und eine Auseinandersetzung mit der Empirie wird im zweiten Teil vertieft oder eingeübt. Als Seminar ist die Lehrveranstaltung für ihr gutes Gelingen zwingend auf die Mitarbeit aller Teilnehmenden angewiesen. Pro Sitzung werden ein oder zwei Essays zu lesen und eine Synopsis der Lektüre zu verfassen sein. Die Lektüre ist ausschließlich auf Englisch, da die Texte kaum in Übersetzung vorliegen. Die Studierenden werden im Laufe des empirischen Teils des Seminars ein Kurzreferat vorbereiten und halten, das uns mit dem Kontext der besprochenen Fallstudien vertraut machen soll. Sofern gewünscht werde ich die Response Papers und die Referate im vertraulichen Rahmen mit den Studierenden evaluieren und besprechen. Die Abschlussprüfung und Benotung erfolgt anhand der in der Studienordnung vorgegebenen Kriterien nach Absprache.
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53036 Forschungswerkstatt zur religiösen Gegenwartskultur
Dozent: Prof. Dr. Christoph Bochinger
Hauptseminar, 2 SWS, Mi. 16:00-18:00 Uhr, Raum: GW II - S 5, Beginn: 18.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur F1, F2, F3, F4, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I3, I5

Inhalt: Die Beschreibung des Seminars folgt in Kürze.
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53037 Konstruktivistische Theorien in der Religionswissenschaft
Dozent: Prof. Dr. Christoph Bochinger
Seminar, Beginn: 19.10.2017, Raum: NW III - S 134
1. Block: 20.11.2017 10:00 – 14:00  Uhr, 2. Block: 04.12.2017 10:00 – 14:00 Uhr; 3. Block: 18.12.2017 10:00 – 14:00 Uhr, 4. Block: 08.01.2018 10:00 – 14:00 Uhr, 5. Block: 22.01.2018 10:00 – 14:00 Uhr, 6. Block: 05.02.2018 10:00 – 14:00 Uhr
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G5

Inhalt: Die Beschreibung des Seminars folgt in Kürze.
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53038 Religionswissenschaft reflektiert – Was ist „Religion“?
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Seminar, 2 SWS, Di. 10:00-12:00 Uhr, Raum: GW II - S 8, Beginn: 17.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G5

Inhalt: Das Wort „Religion“ definiert unser Fach – aber wir definieren den Begriff umgekehrt entweder gar nicht oder auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Anhand zentraler Beiträge aus der Disziplingeschichte diskutieren wir in diesem Seminar, weshalb das so ist, analysieren verschiedene Umgangsweisen mit der Problematik und versuchen schließlich, Wege zwischen naivem Positivismus einerseits und Sprachlosigkeit andererseits zu finden.
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53022 Aktuelle Forschung zu islamischen Gegenwartskulturen (zugleich Forschungswerkstatt)
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Hauptseminar, 2 SWS, Do. 10:00-12:00 Uhr, Raum: RW II - S 45, Beginn: 19.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7, G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1, I2, I3, I4, I5, I6, I10

Inhalt: In diesem Kurs stellen wir uns gegenseitig neuere Studien zu religiösen Entwicklungen im gegenwärtigen Islam vor, wobei sowohl inhaltlich (etwa in Bezug auf geographische Regionen oder Milieus) als auch in Hinblick auf unterschiedliche Forschungsansätze ein gewisses Spektrum abgedeckt werden soll. Studierende in der Abschlussphase des M.A.-Schwerpunkts islamische Gegenwartskulturen haben zugleich die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeiten zur Diskussion zu stellen und innerhalb des Seminars weiterzuentwickeln.

Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.
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53039 Türkisch Quellenlektüre (Religiöse und nicht-religiöse Perspektiven auf Geschlechterrollen und Gender)
Dozentin: Prof. Dr. Paula Schrode
Seminar, 2 SWS, Fr. 10:00-12:00 Uhr, Raum: GW II - S 7, Beginn: 20.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I9

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse): Türkischkenntnisse, die zur Lektüre auch komplexerer Texte befähigen.

Inhalt: In diesem Lektürekurs nehmen wir uns Texte vor, die jeweils unterschiedliche Positionen in aktuellen Debatten zu Geschlechterrollen und Gender in der Türkei widerspiegeln. Mögliche Themen – je nach Interessen der Teilnehmenden – sind etwa jüngste Entwicklungen zur Mufti-Ehe, Frauen im öffentlichen Raum, Geschlechtertrennung sowie LGBTQI-Aktivismus.
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53040 Failed? … So what! – Gescheiterte Prophezeiungen als Gegenstand der Religionswissenschaft
Dozent: Christian Uhrig, M.A.
Blockseminar, Vorbesprechung: Freitag, 20.10.2017, 14:00 – 15:00 Uhr, Raum: GW II - S 6
1. Block: 21. und 22. Oktober 2017, 09:00 – 17:00 Uhr, Raum: GW II - S 6
2. Block: 18. und 19. November 2017, 09:00 – 17:00 Uhr, Raum: RW II - S 46
Anmeldung an Christian Uhrig: christianuhrig@gmx.de
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7

Inhalt: Die Religionsgeschichte ist voll von gescheiterten Prophezeiungen. So finden sich in ihr eine Vielzahl an nicht eingetroffenen Weltuntergängen, Apokalypsen und nicht angekommenen Erlösern.

Dieses „Scheitern“ wird jedoch zumeist von außen auf die Gemeinschaften projiziert. Die Gemeinschaften selbst beweisen oftmals ein hohes Maß an Kreativität und Energie und stellen sich auf veränderte Situationen ein. Nicht selten gründen enttäuschte Anhänger neue Bewegungen oder bisherige Lehren werden revidiert.

Diese Kreativität und Flexibilität und der Umgang mit Krisen als Potential stellen den Fokus dieses Seminars dar.

In zwei Wochenendblöcken beschäftigen wir uns mit religionsgeschichtlichen Vorgängen, welche gemeinhin als gescheitert bezeichnet werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Fallbeispielen aus der Theosophie und der der Share International-Bewegung.

Am Ende des Seminars soll eine Arbeitsdefinition von innerreligiösen Krisen als Gegenstand der Religionswissenschaft stehen.

Um unser Blockseminar nicht an Müdigkeit und Hunger „scheitern“ zu lassen stehen gemeinsame Leserunden und reflektierende Spaziergänge im botanischen Garten und Hofgarten und gemeinsame Besuche der gastronomischen Lokalitäten Bayreuths auf dem Seminarplan.

Literatur:

Barker, Eileen, Revisionism and Diversification in New Religious Movements, Franham 2013, S. 1-14.

Festinger, Leon, Riecken, Henry W. u.a.: When Prophecy Fails: A Social and Psychological Study of a Modern Group that Predicted the Destruction of the World, New York 1956.
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53042 Of Djinn and Solomonic Secrets – Magic, Sorcery and Witchcraft in Muslim Contexts
Dozentin: Leyla Jagiella, M.A.
Blockseminar, Vorbesprechung: Donnerstag, 07.12.2017, 12:00 – 14:00 Uhr, Raum: GW II – S 8
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G5, G6, G7; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1, I2, I3, I4, I5, I6

Inhalt: For many centuries, ideas of the „Magical Orient“ have captured European imagination. From the wonderous tales of the Arabian Nights, through legends of Christian Rosenkreutz’s alchemical journeys to Damcar, up to Lovecraft’s “mad Arab” and his cursed Necronomicon. Lingering within these mythologizations of the Arab and Islamic World is the memory of a very real historical European interest in the esoteric knowledge and materia magica of Islam, manifested in e.g. numerous Latin translations of Arab magical manuals in medieval and early modern times.

Magic and sorcery were indeed part of the body of knowledge available to Classical Islam but they often stood in a tense relationship with official elite standards of Muslim orthodoxy. Nowadays, ideas and procedures that can be classified as magic are still widely known in many Muslim societies and are a vital part of everyday religious practice, but increasingly clash not only with new reformulations of orthodoxy but also with the rationalism of the modern world. We will trace these itineraries of magic, sorcery and witchcraft in Muslim contexts and we will get introduced to a critical analysis and evaluation of “religion” and “magic” as categories of an anthropology of religion.

Blockseminar (Weekend intensive course),

Beginn und Vorbesprechung (introductory meeting) 07.12.2017.

The rest of the schedule will be announced soon.
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53032 Atheistische und humanistische Organisationen in Deutschland
Dozent: Stefan Schröder, M.A.
Seminar, 2 SWS, Di. 14:00-16:00 Uhr, Raum: NW III - S 137, Beginn: 17.10.2017
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7

Inhalt: Organizing Atheists is like herding cats“ besagt ein viel zitiertes Sprichwort unbekannter Herkunft, dem auch die (Religions)Wissenschaft lange Zeit auf den Leim ging. Die Vereine, Verbände und Stiftungen, die in diesem Seminar thematisiert werden sollen, beweisen das Gegenteil: In ihnen schließen sich nichtreligiöse Menschen zusammen, üben Religionskritik, organisieren aufklärerische Kampagnen, engagieren sich in Sozialarbeit und suchen Kultus und Gemeinschaft. Das Seminar nimmt die Geschichte und Gegenwart atheistischer und humanistischer Organisationen in Deutschland religionswissenschaftlich in den Blick. Damit wird nicht nur ein lange Zeit vernachlässigter Gegenstand religiöser Gegenwartskultur in den Fokus gerückt; es werden auch neue Sichtweisen auf breitere religionswissenschaftliche Theoriediskussionen (z.B. Säkularisierung, Gouvernementalität) eröffnet.
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53009 Blockseminar in Venedig zum Thema „Die Begegnung mit dem Fremden“
Dozent: Prof. Dr. Ulrich Berner
Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G6, G7

Interdisziplinäres Blockseminar in Venedig (18. – 23.02.2018), in Zusammenarbeit mit der Religionswissenschaft der LMU München, zum Thema „Die Begegnung mit dem Fremden“

Anmeldung bis Ende November 2017 an Prof. Dr. Ulrich Berner: ulrich.berner@uni-bayreuth.de

Die Reisekosten sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Inhalt: Human social experience and, more specifically, the human capacity to adjust to new situations is challenged by the encounter, whether between single individuals or among groups, with the „other“ and unfamiliar. The perception of the „other“ emerges from differences of identity (whether along lines of social class, race, religion, values, worldviews, gender, age, culture) and manifests itself in a wide range of deliberate and latent forms of communication. Indeed, the ability of societies to function, especially those that are or aspire to be pluriform, depends on the strategies that make room for the „other“ while coming to terms with intrinsic identities.

Socio-political alliances and religious traditions acknowledge the importance of negotiating the „other“ and, indeed, are shaped by both what they define as different and how they go about defining it. The seminar shall pursue this theme through an interdisciplinary approach that takes specialist expertise of teaching staff and various levels of research interests among students and early-career academics into account. In particular, the seminar sessions shall, as a whole, take the historic and contemporary encounter of religious traditions rooted in Christianity with diverse forms of Judaism and Islam as the point of departure, informed by social and cultural studies approaches, expressions of culture (e.g. art, music, literature), and the study and analysis of interreligious encounter itself. The basis for the sessions themselves shall include: (a) sources from antiquity; (b) competing scholarly discourse about their significance; (c) representations of Christians, Jews, or Muslims as „other“ in early, medieval, pre-modern, and modern theology, art and music in western and non-western cultures; and (d) social and cultural studies as well as historical analysis of factors that shape religious and socio-cultural understanding. In relation to the Venetian context, the seminar will focus attention on the history, socio-cultural, and religious contributions, past and present, of the Jewish „Ghetto“ and of the city of Venice itself, an extraordinary example of encounter and division between different cultural, religious, and social-political identities.

Weitere Informationen zum Blockseminar
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